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Vor dem Herrn erbebe!

Psalm 114,1-8 (7)

„Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs.“

Dieser kurze Psalm ist ein mächtiges Zeugnis für Gottes wunderbares Handeln. Israel, die Nachkommenschaft Jakobs, war in Ägypten versklavt gewesen. Gott wirkte mächtige Wunder und Zeichen in der Natur, bis hin zur Tötung der ägyptischen Erstgeborenen. So konnte das Volk aus der Sklaverei in die Freiheit ziehen. Da wurde es überhaupt erst zu einem Volk. Die befreiten Israeliten kamen ans Schilfmeer. Es führte kein Weg vorbei oder hinüber. Aber das Meer „floh“ vor dem Volk, das Gott sich erwählt hatte. Ähnlich geschah es, als sie 40 Jahre später östlich des Jordans an der Grenze zum verheißenen Land standen. Der Fluss „wandte sich zurück“ wie ein demütiger Diener und machte einen trockenen Weg für Israel frei. Berge und Hügel waren wie übermütige Tiere. Sie feierten den Sieg für Gottes Volk. Der Psalmist fragt sie rhetorisch, warum sie sich so verhalten hatten. Dann schlägt er den Bogen zur Gegenwart. Er betont, dass Gott, der in der Vergangenheit so große Wunder für sein Volk getan hat, immer noch derselbe Gott ist. Vor ihm soll nicht nur die Erde erbeben; auch wir sollen ihm in Demut begegnen. Doch zugleich dürfen wir erwartungsvoll auf sein Wirken in unserer Zeit hoffen.

Gebet: Herr, du bist der allmächtige, ewige Gott, Herr über alles und alle. Ich komme zu dir in Ehrfurcht und voller Erwartung.

Ein Wort: Erbebe!

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Lobet den Namen des HERRN!

Psalm 113,1-9 (1)

„Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!“

Dieser Psalm ist der Anfang des „Hallel (Schalem)“, des „(vollständigen) Lobgesangs“ – Psalm 113-118. Die sechs Psalmen werden bis heute von den Juden in Israel und aller Welt zu den Hochfesten in ihren Häusern laut vorgetragen (s.a. Mk 14,26). Psalm 113 lobt Gott ganz einfach dafür, wer er ist. Gott ist der Herr, nämlich der Ursprung, Schöpfer, Eigentümer und Bewahrer des Universums. Deswegen sollen ihn alle seine Knechte, auch du und ich, an allen Orten und zu allen Zeiten loben und immer wieder loben, wie es die viermalige Wiederholung in Vers 1-3 betont (inkl. „Halleluja“, d.h., „Preiset den Herrn“, sind es sogar fünf Wiederholungen). In Vers 5 stellt der Psalmist die rhetorische Frage: „Wer ist wie der HERR, unser Gott?“ Ja, wie ist er denn? Ist er ein distanziertes Wesen, das amüsiert-gelangweilt auf die Welt schaut? Nein, er schaut nicht zu, er schaut hin und greift ein. Geringe und Arme erhebt er aus Staub und Schmutz und setzt sie neben Fürsten. (Lasse ich auch gern Geringe und Arme neben mir sitzen?) Gott macht die Unfruchtbare zu einer fröhlichen Kindermutter. Diesen Gott, der sich um Außenseiter der Gesellschaft kümmert, haben Hanna und Maria in ihren Lobgesängen gepriesen (1. Sam 2,1-10; Lk 1,46-55).

Gebet: Herr, ich lobe deinen Namen und deine Liebe und Aufmerksamkeit für die in der Welt Geringgeachteten. Hilf mir, achtsamer zu sein.

Ein Wort: Lobe den Herrn nicht nur mit den Lippen!