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Einführung zum Brief an die Kolosser

Kolossä war eine römische Provinz im Lykustal in Asien, ungefähr 150 km östlich von Ephesus in Kleinasien. Die Städte Hierapolis und Laodizea waren jeweils ca. 18 km entfernt. Die Region war sowohl reich an Bodenschätzen als auch an fruchtbaren Weidegründen.

Paulus hat Kolossä wohl nie persönlich besucht. Von Epaphras, der aus Kolossä stammte und das Evangelium dort verkündigt und die Gemeinde gegründet hatte, hatte er von ihrem Glauben erfahren. Seither betete Paulus beständig für sie. Diesen Brief schrieb er ihnen während seiner ersten römischen Gefangenschaft. Der Anlass seines Briefes war, dass es in Kolossä Anfänge zum Gnostizismus gab. Diese Irrlehre hatte ihren Ursprung im Judentum und dem Beharren auf den Forderungen der alttestamentlichen Gesetze. Philosophisch legte man Gewicht auf besondere oder tiefere Erkenntnis (gnosis). Man verehrte Engel als Vermittler von Gott. Vor allem aber leugnete man die Gottheit von Jesus Christus. Paulus schrieb so ein klares Bekenntnis zur Gottheit Christi. Seine Anliegen waren erstens, dass er die Gottheit und Überlegenheit Jesu verteidigt; zweitens wollte er den Gläubigen helfen, geistlich reifer zu werden, und drittens wollte er sie über seine eigene Situation informieren und um ihre Fürbitte bitten.

Tychikus überbrachte diesen Brief an die Gemeinde in Kolossä. Nachdem sie ihn gelesen hatten, sollten sie ihn an die Gemeinde in Laodizea weitergeben und auch deren Brief lesen.

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Einführung zum Psalter

Im Hebräischen ist der Psalter (bzw. die Psalmen) überschrieben als Buch der Lobpreisungen. Er ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Lyrik und Liedern aus der Zeit von vor 2.500 Jahren. Vermutlich begann David, dem selbst 73 der 150 Psalmen zugeschrieben werden, mit der Sammlung. Sie wurde wohl bald nach der Rückkehr aus dem Exil in Babylon abgeschlossen.

Der Psalter ist in 5 Bücher unterteilt: 1-41; 42-72; 73-89; 90-106; 107-150. Jedes der Bücher schließt mit einem expliziten Lob Gottes (Doxologie). Trotz ihres Alters sind die Psalmen auch heute relevant und hilfreich. Sie sprechen alle Stimmungen des Menschen an: Triumph und Elend, Sieg und Niederlage, Freude und Trauer, Gotteslob und Zweifel, Liebe und Hass. Besonderes Gewicht hat für uns Christen, dass die Psalmen im Neuen Testament häufig zitiert werden, auch von Jesus. Außerdem werden einige Psalmen als messianisch bezeichnet, weil sie die Person und das Wirken Jesu prophetisch beschreiben oder zumindest andeuten (z. B. 2; 22; 24; 45; 72). Der Psalter drückt vom Anfang bis zum Ende das tiefe Vertrauen des Gläubigen auf Gott aus, den er als Schöpfer, König und Richter der ganzen Welt anruft und lobt. Dieser Gott hat sich in der Schöpfung und noch konkreter in seinem Wirken für und an Israel offenbart. Er nennt es sein Volk und hat ihm sein Wort („Gesetz“) gegeben, das uns zeigt, wie wir mit, vor und für Gott leben und glücklich sein können.

Ein Leitmotiv für den Psalter ist Ps 1,1-3:
„Wohl dem, der … hat Lust am Gesetz des HERRN und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“