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Einführung zum 1. Timotheusbrief

Der 1. Timotheusbrief wurde von Apostel Paulus um 67 n. Chr. geschrieben und gehört mit dem 2. Timotheusbrief und Titusbrief zu den Pastoralbriefen (Hirtenbriefen). Diese lehren die Hirten, Bischöfe oder Ältesten, wie sie sich um Gottes Herde kümmern und sie erziehen können. Der geographische Mittelpunkt des Wirkens von Paulus und Timotheus, seinem „Sohn im Glauben“, war Ephesus. Bei der 3. Missionsreise pionierte Paulus die Stadt Ephesus und lehrte dort drei Jahre lang täglich in der Schule des Tyrannus (Apg 19). Er diente dort dem Jüngererziehungswerk, indem er einige absonderte und sie als Jünger Jesu erzog. Die Wirkung des Jüngererziehungswerkes war so groß, dass die ganze Provinz Asien Gottes Wort hörte. Danach ging Paulus nach Jerusalem. Er wurde verhaftet und nach Rom gebracht. Nach dieser Gefangenschaft zog Paulus wahrscheinlich durch Mazedonien, um die dortigen Gemeinden zu ermutigen. Er ließ Timotheus in Ephesus, um das dortige Werk zu betreuen. Paulus wollte bald nach Ephesus zurückkehren, aber die Reise dauerte länger als erwartet. Darum schrieb er diesen Brief an Timotheus. Ephesus war in dieser Zeit das Zentrum des Christentums. Da es damals noch keine Kirchengebäude gab, traf man sich in verschiedenen Häusern. Jede dieser Hauskirchen wurde von einem Hirten, Ältesten oder Bischof geleitet. Paulus lehrt Timotheus in diesem Brief, wie er ein guter Leiter sein und andere als Leiter aufbauen konnte.

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Einführung in das Buch Ester

Das Buch Ester (pers.: Stern) handelt davon, wie ein schönes jüdiches Mädchen Königin vom Persischen Reich wurde, und später von Gott gebraucht wurde, um ihr Volk zu retten. Es ist das einzige Buch der Bibel, das den Namen Gottes nicht erwähnt. Dennoch handelt es davon, dass Gott der souveräne Herr ist, der die Geschichte lenkt und seine Verheißungen an seinem Volk Israel treu erfüllt. Das Purimfest wurde von Ester und ihrem Cousin Mordechai, der ihr Pflegevater war, als ein Gedenktag eingesetzt. Es erinnert die Juden bis heute daran, dass Gott souverän und treu ist.

Die Ereignisse in diesem Buch geschahen während dem 3. und 12. Regierungsjahr (483-473 v. Chr.) des mächtigen Perserkönigs Ahasveros (hebr.; gr.: Xerxes I.). Sie sind chronologisch zwischen Esra 6 und 7 einzuordnen. Während viele Israeliten nach Palästina zurückgekehrt waren, um den Tempel wiederaufzubauen und das Opfersystem wiedereinzusetzen, blieb die überwiegende Mehrheit im Exil und war über das ganze Persische Reich verstreut. Das mosaische Gesetz und das Opfer von Tieren kommen im Buch Ester nicht vor, was darauf hinweist, dass die jüdischen Exilanten Gottes Willen nicht erfüllten. Auch das Beten wird nicht ausdrücklich erwähnt, nur das Fasten, im Gegensatz zu den Büchern Esra und Nehemia, die das Gebet betonen.

Mordechais Worte zur Königin Ester sind der Leitvers dieses Buches:

„Denn wenn du zu dieser Zeit schweigen wirst, so wird eine Hilfe und Errettung von einem andern Ort her den Juden erstehen… Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?“

(Ester 4,14)