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Von meiner Jugend an

Psalm 71,1-24 (5)

„Denn du bist meine Zuversicht, HERR, mein Gott, meine Hoffnung von meiner Jugend an.“

Dieser Psalm fließt aus dem Herzen eines im Glauben gereiften, mittlerweile älteren Menschen. Er hat Gottes Wirken sehr früh erfahren. Schon im Mutterleib konnte er Vertrauen auf Gott lernen. Womöglich hatte er eine komplizierte Geburt; aber Gott zog ihn rechtzeitig aus dem Mutterleib. Sein Urvertrauen auf den lebendigen Gott, der denen, die ihm vertrauen, gerne hilft, ist mit der Zeit wiederholt bestätigt worden und gewachsen. Aber sein Vertrauen auf Gott verhinderte nicht, dass er mancherlei Anfechtung erfuhr. Sogar jetzt noch, im Alter, wollen Menschen dem Psalmisten nachstellen und ihn ergreifen; sie meinen, Gott habe ihn verlassen. So ein Unsinn! Gott ist niemals ferne und ist jederzeit bereit und in der Lage, den Gläubigen beizustehen, ihnen konkret zu helfen und sie aus aller Not und Bedrängnis zu erretten. Doch nicht immer handelt er so, wie wir Gläubige es uns wünschen. Paulus ermutigte die Gläubigen in Rom (Röm 5,3–5): „… sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Auch der Psalmist kommt zu dem Schluss, dass Gott treu ist und wir unter allen Umständen Grund haben, fröhlich zu sein und ihn zu loben.

Gebet: Herr, du bist und bleibst meine Zuversicht, meine Hoffnung und mein Ziel.

Ein Wort: … bis an mein Lebensende

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Elend und arm

Psalm 70,1-6 (5)

„Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir! Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht!“

David war ein erfolgreicher Mann. Er konnte schon als Teenager den Riesen Goliat besiegen. Sein Mut und Geschick waren unübertroffen. Er konnte Menschenherzen gewinnen und war ein guter Leiter. Er dichtete und sang Lieder, die auch nach 3.000 Jahren noch relevant sind. Aber wo Erfolg ist, sind immer Neider. Und es war nicht nur König Saul, der ihm nach dem Leben trachtete; es gab noch viele andere Opportunisten. Später wurden sogar seine eigenen Söhne zu extremen Herausforderungen. Der vorliegende Psalm ähnelt dem Schluss von Psalm 40. Ein konkreter Anlass ist nicht bekannt. Doch offensichtlich versuchten einige Leute, David zu beseitigen, sogar zu töten. Sie warteten auf eine gute Gelegenheit: „Da, da!“ Unter solchem Druck betete David zu Gott. Trotz seiner vielen Fähigkeiten fühlte er sich elend und arm; ohne Gottes Hilfe und Eingreifen wäre er verloren. Dreimal betont er: „Eile, Gott, … Gott, eile zu mir! … HERR, säume nicht!“ Die Lage war ernst und die Not dringend. David suchte Gottes Hilfe auch nicht nur um seiner selbst willen. Es ging ihm auch um andere Menschen, die nach Gott fragen. Sie sollten sich doch freuen und fröhlich sein und Gott hoch loben. Aber wenn wir Not und Elend sehen, können wir oft nicht verstehen, dass es Gottes Liebe ist, die sich in dunklen Wolken zeigt.

Gebet: Herr, ich bin trotz aller meiner Möglichkeiten und Gaben elend und arm. Hilf mir und lass alle, die dein Heil lieben, dich hoch loben.

Ein Wort: Gott ist mein Helfer und Erretter