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Wer darf weilen in deinem Zelt?

Psalm 15,1-5 (1)

„Ein Psalm Davids. HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?“

Nach den vielen Hilferufen der Psalmen 3-14 erfahren wir in den Psalmen 15- 24 zumeist eine andere Stimmung. Psalm 15 beginnt mit der zweifachen Frage, wem es erlaubt sei, in Gottes Gegenwart zu verweilen, sogar zu wohnen. David geht auf zehn Aspekte ein, die dafür unabdingbar wären. Wer kann von sich behaupten, untadelig zu leben? Jedoch können wir jederzeit von Herzen die Wahrheit reden. Wir dürfen niemanden verleumden, indem wir etwa Vermutungen verbreiten. Auch sollen wir anderen nichts tun, was wir selbst nicht erfahren möchten. Am Ungeschick oder Unglück anderer dürfen wir uns nicht weiden. Verwerfliche Menschen sollen wir konsequent meiden, auch wenn sie sich gekonnt in Szene setzen. Gottesfürchtige Menschen sollen wir ehren und unterstützen. Unsere Versprechen sollen wir nicht leichtfertig brechen, auch wenn es uns schadet. Bedürftigen Glaubensgeschwistern sollen wir leihen, ohne Zinsen zu fordern. Und wir sollen unbestechlich sein. Das sind lauter sinnvolle moralische Merkmale. Das Wichtigste aber ist, dass wir die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott lieben und von Herzen suchen; dass wir sein Wort tiefgehend betrachten und anhaltend darüber beten. Wenn wir das tun, dann weilen wir schon in Gottes Zelt und auf seinem heiligen Berg.

Gebet: Herr, ich suche deine Nähe. Sprich zu mir durch dein Wort, dass ich es begreife und danach handle. Höre heute mein Gebet.

Ein Wort: Komm zu dem Zelt Gottes!

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Die Hilfe aus Zion

Psalm 14,1-7 (7)

„Ach, dass die Hilfe aus Zion über Israel käme! Wenn der HERR das Geschick seines Volkes wendet, freue sich Jakob und sei Israel fröhlich!“

Dieser Psalm ist fast identisch mit Psalm 53 (bis auf die Verse 5b-6). Der Psalmist beschreibt, wer ein Tor (hebr. nābāl) ist und warum. Torheit hängt nicht direkt mit einem niedrigen IQ zusammen. Sie äußert sich vielmehr in einer Lebensweise, die Gott verneint bzw. ignoriert. Solche Menschen sind nicht immer Atheisten, leben aber in der Überzeugung, sich vor niemandem rechtfertigen zu müssen. Aus Sicht des Psalmisten sind sie deswegen untauglich und schlecht. Sie tun nichts Gutes, weil sie durch ihr Tun niemals Gott Ehre machen (vgl. Gen 11,1-9). Sie mögen die Gegenwart, die Worte und das Handeln der Gläubigen nicht; sie stoßen sich daran. Manchmal haben sie „lichte Momente“ und bemerken Gottes Gegenwart. Dann erschrecken sie – und wenden sich radikal ab. Der Psalmist ist hin- und hergerissen. Einerseits ist er zornig, weil die Gottesleugner die Gotteskinder bedrängen und unterdrücken. Andererseits sehnt er sich danach, dass sie zur Einsicht kommen, Buße tun und die geistlichen Augen geöffnet bekommen. Denn auch wenn die Gottesleugner zeitweilig die Oberhand haben, bleibt der lebendige, allmächtige, liebende Gott die Zuversicht seines Volkes. Die Erwartung der Hilfe aus Zion erfreut alle, die sich zu Gott bekennen.

Gebet: Herr Jesus, danke, dass du die ultimative Hilfe aus Zion bist und das Geschick meines Lebens gewendet hast.

Ein Wort: Hoffe auf den Herrn!