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Vor deinen Urteilen

Psalm 119,113-136 (120)

„Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, und ich entsetze mich vor deinen Urteilen.“

Die hebräischen Buchstaben Samech (ס), Ajin (ע) und Pe (פ) bilden jeweils den Anfang der heutigen Verse. Der Psalmist drückt wieder und wieder seine tiefe Liebe zu Gott und seinem Wort aus. Es ist ihm viel mehr wert als alles Gold der Welt. Er hat Sehnsucht nach dem Wort Gottes und möchte es niemals missen. Daher macht es ihn traurig und manchmal zornig, wenn er sieht, dass Menschen das Wort Gottes ignorieren, verwerfen oder gar verspotten. Wankelmütige sind nicht zu verwechseln mit Kleinmütigen; sie schieben eine Entscheidung hinaus, weil sie auf nichts verzichten wollen. In Lukas 11,23 warnt Jesus: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Noch mögen die Frevler und Stolzen tun, was sie wollen. Doch eines Tages müssen sie „alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (2. Kor 5,10). Sie werden ihr gerechtes Urteil empfangen und erleiden. Den Psalmisten schaudert schon der Gedanke daran. Er betet aufrichtig zu Gott: „Wende dich zu mir und sei mir gnädig“. Denen, die sich demütig zu ihm wenden, wendet Gott sich gnädig zu (Lk 18,9-14).

Gebet: Herr, sei mir Sünder gnädig. Lehre mich auch deine Güte, Geduld und Langmut für die Menschen, die dich noch immer nicht richtig kennen.

Ein Wort: Gott als Gott ehren

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Meines Fußes Leuchte

Psalm 119,89-112 (105)

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“

Die zweite Hälfte des Psalms beginnt mit den Buchstaben Lamed (ל), Mem (מ) und Nun (נ). Gottes Wort ist einzigartig und unvergleichlich. Es ist in der Zeit unveränderlich; es gilt heute noch genauso wie vor ca. 3.000 Jahren, als dieser Psalm geschrieben wurde. Gottes Wort ist auch unabhängig vom Ort gültig – eine Weltmissionsvision des Psalmisten. Gottes Wort ist eine konkrete Hilfe. Es ist Trost, Erquickung und ganz besonders auch Orientierungshilfe. Der Psalmist nennt es seines Fußes Leuchte und Licht auf seinem Weg. Für uns, die Tag und Nacht von Lichtern umgeben sind, klingt das banal. Und doch brauchen wir in unserer Zeit der Irrlichter gerade wie damals der Psalmist ein nachhaltig zuverlässiges Licht. Der Psalmist sagt, dass er durch Gottes Wort, das ihn erleuchtete, weiser, einsichtiger und klüger war als viele andere Leute. Er prahlt nicht, intellektuell überlegen zu sein. Vielmehr fokussiert er sich in den entscheidenden Lebensfragen auf das Wort Gottes, das für ihn ein lebendiges Wort ist. Jesus sagt (Joh 8,12): „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Gebet: Herr, danke, dass du meinen Lebensweg hell machst und dass ich in deiner Nachfolge ein sinnvolles, glückliches Leben führen kann.

Ein Wort: Dem Licht der Welt folgen