Veröffentlicht in Psalm

Innewerden

Psalm 109,1-31 (27)

„und lass sie innewerden, dass dies deine Hand ist und du, HERR, das tust.“

Dieser Psalm Davids ist ein Aufschrei gegen erlebte Ungerechtigkeit. Als er gemein angefochten wird, betet David zu Gott. Menschen, denen er aufrichtige Liebe erwiesen hat, vergelten ihm das mit Hass und Bosheit. In Vers 6-15 lesen wir Davids Tirade als Antwort darauf. Seine Worte werden oft als „unchristlich“ verworfen. Doch sollen wir uns daran erinnern, dass David hier betet und Gott das Handeln überlässt. Er tut das u.a. im Vertrauen auf Gottes Wort an Abraham (und dessen Nachkommen): „ich will … verfluchen, die dich verfluchen“ (Gen 12,3). Auch Jesus, der Feindesliebe predigte und lebte, warnte: „Was ihr (nicht) getan habt einem von diesen Geringsten, das hat ihr mir (auch nicht) getan“ (Mt 25,40.45). David begründet seine harten Worte über den Widersacher in Vers 16-19. Da sehen wir, dass er im Grunde nur sagt, der Widersacher möge erfahren, was er David zugedacht hatte. Ultimativ geht es David nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit. Er betet, dass Gottes Eingreifen den Menschen die Souveränität und Gerechtigkeit Gottes offenbart. Sind wir auch so geduldig, dass wir auf Gottes Handeln warten und für jemanden, der uns schaden will/geschadet hat, beten, dass er zur Einsicht findet?

Gebet: Herr, vergib mir meine Selbstgerechtigkeit und Ungeduld, wie auch ich denen vergebe, die an mir schuldig geworden sind.

Ein Wort: Lass mich zur Einsicht finden!