Veröffentlicht in Psalm

Errettet den Geringen und Armen

Psalm 82,1-8 (4)

„Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Frevler.“

Der Psalmist schildert eine außergewöhnliche Gerichtsversammlung. Der ewige, allmächtige Gott, der Israel zu seinem Volk erwählt hat, hält Gericht über „die Götter“. Dieser Begriff könnte für die Götzen der Nachbarvölker stehen. Aber frühe rabbinische Interpretation sah in diesen „Göttern“ die Regierenden des eigenen Volkes. In der Tat sind bei diversen Propheten Israels ähnliche Anklagen zu finden (1. Sam 8,3; Jes 3,13-15; Jer 21,12; 22,3; Hes 34,4; Mi 3,1-3; 7,3). Jedenfalls ist ungerechtes Richten für Gott ein Gräuel. Manche Leute meinen, weil sie eine Zeitlang mit ihren krummen Wegen Erfolg gehabt haben, könnten sie alle Tage so weitermachen und müssten niemandem Rechenschaft geben. Doch das stimmt nicht. Sie sind wie Menschen, die im Finstern umhertappen. Leider bringen ihre Machenschaften Not und Elend für viele Menschen, denen sie doch dienen sollten. Aber diese „Götter“ werden nicht ewig leben. Sie müssen sterben und sich vor Gott verantworten. Eines Tages wird Gott alle Menschen zur Rechenschaft ziehen. Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden (2. Kor 5,10). Dann wird ein entscheidender Aspekt sein, wie wir die Geringsten behandelt haben (Mt 25,40).

Gebet: Herr, bewahre mich vor Heuchelei und Schmeichelei. Gebrauche mich, um den Geringsten mit deiner Liebe und mit dem rettenden Evangelium zu dienen.

Ein Wort: … das habt ihr mir getan