Veröffentlicht in Psalm

Lass leuchten dein Antlitz

Psalm 80,1-20 (20)

„HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.“

Dieser Psalm ist eine dringliche Bitte an Gott, sich seinem Volk wieder gnädig zuzuwenden. Der geschichtliche Hintergrund ist unklar. Die Stämme Ephraim und Manasse, also Josefs Nachkommen (2), gehörten zum Nordreich; evtl. auch Teile Benjamins (3). Deswegen könnte die assyrische Eroberung Nordisraels der Anlass dieses Psalms sein. Viele flohen vor der Invasion nach Juda und Jerusalem. Der Psalmist äußert, dass Gott zu Recht über sein Volk zornig ist. Aber sollte er lange zusehen, wie die Heiden sein Volk verspotteten und sein Land ausbeuteten? Sollte er nicht bald kommen und die Tränen trocknen, die noch beim Essen und Trinken in Strömen flossen? Sollte Gott nicht länger schützen, was er gepflanzt hatte? Der Psalmist verwendet zwei Bilder, die in der Bibel häufig zu finden sind: zum einen Gott als Hirten seines Volks und zum anderen das Volk als Weinstock, den Gott gepflanzt hat (Joh 10; 15). Wenn Gottes Antlitz leuchtet, dann freut er sich an seinem Volk und ist ihm gnädig. Als Licht der Welt sollen wir der Welt die Liebe Gottes offenbaren, die wir im Gebet, Bibelstudium, Gottesdienst und dann im Alltag immer wieder erfahren (Mt 5,14-16). Und eines Tages wird unser Gesicht leuchten wie die Sonne (Mt 13,43).

Gebet: Herr, lass dein Antlitz leuchten und gebrauche mich als dein Licht für die trübe Welt.

Ein Wort: Lass dein Gesicht leuchten!