Veröffentlicht in Psalm

Gott zählt meine Tränen

Psalm 56,1-14 (9)

„Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.“

Um vor Saul zu fliehen, kommt David zum König von Gat. Aber die Philister sind David gegenüber sehr misstrauisch, weil er eigentlich ihr Feind ist. Darum stellen sie ihm täglich nach und trachten nach seinem Leben. Um zu überleben, stellt David sich vor ihren Augen wahnsinnig. Er fürchtet sich, obwohl er im Herzen den Entschluss ergreift, auf Gott zu hoffen, denn die Realität ist real. Des Nachts muss er tief geseufzt haben über sein flüchtiges Leben und wie lange es noch so weiter gehen soll. Tränen fließen aus seinen Augen. Was bittet er in diesem Moment zu Gott? Vers 9: „Zähle die Tage meiner Flucht, sammle meine Tränen in deinen Krug; ohne Zweifel, du zählst sie.“ Das ist eine Bitte an Gott, der unsere Tränen und unser Leid sieht und zählt, also wahrnimmt und ernst nimmt. Gott hat seine Tränen gezählt und ihn zu einem großen Mann verwandelt, der am meisten dem Messias Jesus ähnelt. Denn David versteht Menschen im Leiden und hat Mitleid mit ihnen. Wir wünschen uns, möglichst ohne Tränen zu leben. Daher bleibt unser Leben ohne Tiefe. Gott aber zählt unsere Tränen. Tränen sind es, die bei Gott aufgehoben sind. Tränen sind gerade ein Säen zur Freude (Ps 126,5): „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.“

Gebet: Lieber Herr, du kennst meine Tränen. Hilf mir, mit Tränen zu säen.

Ein Wort: Ohne Tränen keine Freude!