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Was betrübst du dich, meine Seele!

Psalm 43,1-5 (5)

„Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Haare auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“

Diese Worte im Vers 5 wiederholen sich auch in den Versen 6 und 12 des vorherigen Kapitels. Sie dienen zum abschließenden Refrain dreier Abschnitte beider Psalmen. Die Worte sind die gleichen geblieben, aber der Ton klingt anders. Beim ersten Refrain wollte der Psalmist die betrübte Seele mit Mitgefühl trösten. Beim zweiten will er die Seele trotz ihrer Betrübtheit ermuntern und auffordern, auf Gott zu hoffen. Aber die Seele hört nicht darauf, sondern bleibt nach wie vor betrübt. Die Seele scheint vom menschlichen Gefühlen gebunden zu sein. Was kann man in solch einem Fall tun? Nun hören wir im dritten Refrain die Worte: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Diesmal klingt der Ton nicht mehr mitfühlend, sondern eher tadelnd und aufmunternd, so wie Jesus manchmal seine Jünger tadelte und ermunterte, wenn sie sich im Kleinglauben versteckten. So kann man auch sich in seiner Seele sagen: „Du, meine Seele! Warum bist du so betrübt? Hab Glauben an Gott, der deine Freude und Wonne ist.“ Es ist nicht gut für uns, wenn unsere Seele dauerhaft betrübt ist. Gott sagt (Phil 4,4): „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Darum sollen wir unsere Seele ermuntern, nicht mehr betrübt zu sein, sondern in dem Herrn sich zu freuen.

Gebet: Lieber Herr, meine Seele ist manchmal betrübt. Hilf mir, sie zu ermuntern, wenn nötig, zu tadeln.

Ein Wort: Liebe meine Seele, freue dich in dem Herrn!