Veröffentlicht in Psalm

Du, Gott, wirst mich erhören

Psalm 17,1-15 (6)

„Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede!

Während Psalm 16 inneren Frieden und Gelassenheit des Psalmisten ausdrückt, kommt er hier schreiend zu Gott. „Höre, merke auf, vernimm, neige deine Ohren!“ Immer wieder bestürmt er den Herrn. Dabei betont er seine Redlichkeit und Aufrichtigkeit. Gott darf ihn prüfen, heimsuchen und sogar läutern und wird nichts finden. Denn der Psalmist ist weder mit Worten noch mit Taten von Gottes Wort und Weg abgewichen. Seine Bedrängnis ist heftig: gewaltsame Übergriffe, stolze und verletzende Worte bedrohen den inneren Frieden. Aber da ist dennoch Gott, der Heiland, der wunderbare Güte beweist. Bei ihm findet der Psalmist vollkommenen Schutz und Zuflucht wie ein Augapfel im Auge und wie ein Küken unter dem Flügel der Henne. Obwohl der Feind böse und grausam ist, hat er doch gegen Gott keine Chance. Der Feind muss Gottes Hand nicht nur wegen des Übergriffs auf den Psalmisten fürchten. Er muss sich schließlich auch dafür rechtfertigen, dass er seine Hoffnung nur auf diese Welt gesetzt und Gott, der ihm den Bauch gefüllt hat, nicht gedankt hat. Der Psalmist kommt zu dem Schluss, dass er besser daran tut, nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit zu trachten, statt für die Kinder ein großes materielles Erbe anzuhäufen.

Gebet: Herr, danke, dass du mein Gebet immer hörst und mich in aller Not erhörst. Bewahre mich auf dem Weg zu deinem Reich in deiner Gerechtigkeit.

Ein Wort: Ich rufe und mein Gott antwortet