Veröffentlicht in Lukas

Geschickt für das Reich Gottes

Lukas 9,57-62 (62)

„Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

In diesem Abschnitt geht es um das Wesen der Nachfolge. Ein Mann schien bereit, Jesus überall hin zu folgen. Jesus wies ihn darauf hin, dass “überall” auch bedeutet, dass am Ende des Tages nicht unbedingt ein Bett auf ihn warten wird. Ein anderer wurde von Jesus mit denselben Worten zur Nachfolge eingeladen wie bereits Petrus, Andreas oder Levi. Doch seine Antwort fiel anders aus. Der Mann hatte noch eine andere Sache, die für ihn höhere Priorität hatte als die Nachfolge: er musste die Beerdigung seines Vaters organisieren. Jesu Antwort klingt zu hart. Aber tatsächlich ist Nachfolge nicht möglich, wenn es die Nr. 2 auf unserer Prioritätenliste ist. Nachfolge bedeutet, die toten Dinge in unserem Leben zurückzulassen. Ein dritter Mann schien zur Nachfolge bereit, wollte aber vorher noch von seiner Familie Abschied nehmen. Er war innerlich hin- und hergerissen, weil er nur eine halbe Entscheidung zur Nachfolge getroffen hatte. Beim Pflügen ist es wichtig, nach vorne zu sehen und einen Punkt am Ende des Feldes zu fixieren. Wer dauernd zurücksieht, kann keine gerade Furche ziehen. Für das Reich Gottes und die Nachfolge ist nur derjenige geschickt, der nicht zurücksieht, sondern das Ziel jederzeit im Auge behält.

Gebet: Herr, lass mich heute der Nachfolge die oberste Priorität geben und hilf mir, das Ziel meines Glaubenslebens im Auge zu behalten.

Ein Wort: Sei geschickt für das Reich Gottes

Veröffentlicht in Lukas

Wer ist der Größte?

Lukas 9,37-56 (48)

„und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.“

Die folgenden Begebenheiten zeigen, dass die Jünger noch auf verschiedene Weise in ihrer menschlichen Weltanschauung festhingen. Während Jesus mit drei Jüngern auf dem Berg war, wurden die übrigen neun mit einem verzweifelten Vater konfrontiert, dessen Sohn von einem bösen Geist gequält wurde, dem sie aber trotz aller Bemühungen nicht helfen konnten. Jesus sah ihren Unglauben als Ursache – sie vertrauten auf ihre Erfahrung anstatt auf Jesus. Als Jesus erneut von seinem zukünftigen Leiden sprach, schalteten die Jünger ihre Ohren auf Durchzug. Sie waren mit einer völlig anderen Angelegenheit beschäftigt: wer war unter ihnen der Größte? Jesus beantwortete diese Frage. In Gottes Reich gelten unsere menschlichen Maßstäbe nicht. Hier ist derjenige groß, der demütig genug ist, der Kleinste von allen zu werden und ein Kind um Jesu willen aufzunehmen. Jesus selbst legte auch keine menschlichen Maßstäbe an. Er war bereit, jemanden anzunehmen, der in seinem Namen Dämonen austrieb, auch wenn er nicht zum offiziellen Kreis der Jünger gehörte. Und er war nicht einverstanden, dass Jakobus und Johannes Gottes Gericht über ein samaritisches Dorf herabrufen wollten, das ihn abgelehnt hatte.

Gebet: Herr, mache mich bereit, meine menschlichen Maßstäbe loszulassen und der Kleinste zu werden.

Ein Wort: Der Kleinste von allen ist groß