Veröffentlicht in Esra

Die Arbeit am Haus Gottes blieb liegen

Esra 4,1-24 (24)

„Da hörte die Arbeit am Hause Gottes in Jerusalem auf und blieb liegen bis zum zweiten Jahr der Herrschaft des Darius, des Königs von Persien.“

Die ersten Rückkehrer aus der babylonischen Gefangenschaft fanden in ihrer alten Heimat kein Vakuum vor. Es waren wenige Juden im Land zurückgeblieben. Fremde Völker hatten sich breitgemacht und ihre Götzen mitgebracht. Sie wollten angeblich am Tempel Gottes mitbauen. Sie sagten, dass sie schon lange auch zu diesem Gott gebetet hätten. Aber der Gott Israels ist nicht einer von vielen; er ist der einzige Gott. Darum konnten die Israeliten die Fremden nicht mitbauen lassen. Die wurden daraufhin ärgerlich, behinderten den Bau und entmutigten die Israeliten. Sie bezahlten sogar Juristen für einen Rechtsstreit vor Kyrus, der doch den Tempelbau befohlen hatte. Die Verse 6-23 bezeichnen weitere Widerstände gegen Gottes Volk, allerdings aus späterer Zeit, nach Darius (nämlich unter Xerxes und Artaxerxes). Mit diesen Quellen, die Esra in der aramäischen Originalschrift übernommen hat, unterstreicht er, dass Gottes Volk in allen Zeiten von außen bedrängt wird. Die Widersacher nehmen auch keine Rücksicht auf geltendes Recht (z. B. den Befehl des Kyrus). Gottes Volk kann dadurch erschreckt werden und die Arbeit am Haus Gottes entmutigt liegen lassen. Wir sollen aber daran festhalten, dass unser Gott der König der Könige ist und dass er alle Dinge zum Besten führt.

Gebet: Herr, danke für deine Geduld mit mir Wankelmütigem. Hilf mir, auf dich zu schauen und dein Haus zu bauen.

Ein Wort: Euer Herz erschrecke nicht! (Joh 14,1)