Veröffentlicht in Hiob

Siehe, ich bin zu gering!

Hiob 40,1-32 (34)

„Hiob aber antwortete dem Herrn und sprach: Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.“

Hiob bekennt: „Siehe, ich bin zu gering!“ Das ist zwar kein Sündenbekenntnis, aber ein Eingeständnis der eigenen Unwichtigkeit. Woher kam diese Einsicht? Weil er Gottes Worte direkt und mit Kraft aus dessen Munde gehört hat. Dieses kräftige und lebengebende Wort ist auch für Hiob das Leben. Vorher hatte er vor Gott viel geklagt und ihn sogar wegen seiner angebliche Ungerechtigkeit anklagt. Nun aber hat er die Antwort gefunden. Obwohl Gott ihm keine direkte Erklärung über sein Leiden gab, ist seine Warumfrage gelöst worden. Elifas, Bildad, Zofar und Elihu hatten zwar viel geredet, aber keine befriedigende Antwort gefunden, die Hiob überzeugen konnte. Auch die Ausführungen Hiobs hatten das Rätsel nicht gelöst, sondern Gottes Ratschluss „mit Worten ohne Verstand“ verdunkelt. Nun spricht Gott, und der Streit ist beendet. Nun bekennt Hiob demütig und glücklich: „Siehe, ich bin zu gering.“ Diese Antwort ist ein Schritt auf dem Weg zu heilsamen Gotteserkenntnis, die ihn glückselig leben lässt. Wie kam es zu dieser Veränderung in ihm? Jesus sagt (Mt 4,4): „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ Dieses Wort (Rhema), das uns lebendig macht, kommt mit Kraft aus dem Mund Gottes. Hiob hat Gottes Wort direkt aus dessen Mund gehört, sodass er nun lebt.

Gebet: Lieber Vater, rede zu uns, so werden wir leben!

Ein Wort: Höre das Wort, das aus seinem Munde geht!

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Der Herr der Tiere

Hiob 38,39-39,30 (38,41)

„Wer bereitet dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und irrefliegen, weil sie nichts zu essen haben?“

Im zweiten Teil seiner ersten Rede lenkt Gott Hiobs Blick von den kosmischen Vorgängen und Räumen weg und präsentiert ihm eine spezielle Auswahl von zehn Tieren, die einander paarweise zugeordnet sind: Löwe und Rabe, Gämsen und Hirschkühe, Wildesel und Wildstier, Strauß und Ross, Falke und Adler. Jedes dieser Paare steht unter der Herrschaft Gottes. Gott ernährt den Löwen und den Raben. Er ist es, der die Tiere versorgt. Gott hat bei den Gämsen und der Hirschkuh das Wunder der Lebensentstehung vor Augen. Er ordnet die Fortpflanzung der Tiere. Gott ist der Herr auch der ungezähmten Tiere wie des Wildesels und des Wildstiers. Gott schenkt Strauß und Pferd die Furchtlosigkeit in Gefahren, jedem nach seinem Wesen. Er lässt sie in ihrer Sorglosigkeit nicht allein. Gott legt in Falken und Adler die Fähigkeit sich in weiten Räumen zu bewegen. Er lenkt sie auf dem Vogelzug und bei der Beutesuche. Gott ist die Kreatur nicht gleichgültig. Das Schreien der jungen Raben dringt an sein Ohr. Auch den Tieren gilt Gottes Erbarmen. Gott redet hier zwar von den Tieren, aber im Grunde redet er von Hiobs Geschick. Jesus sagt, dass Gott sich um unser Leben sorgt (Lk 12,24): „Seht die Raben an: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, […] und Gott ernährt sie doch. Wie viel besser seid ihr als die Vögel?“

Gebet: Lieber Vater, danke für dein Erbarmen über allesund in ganz besonderer Weise über uns. Leben,

Ein Wort: Gott sorgt für dich!